Journalisten recherchieren zunehmend in Blogs
Maisberger untersucht zum dritten Mal Recherchegewohnheiten
München, 15. Februar 2008 – Anfragen für Pressegespräche, Angebote für Artikel sowie eine Flut an Presseinformationen erreichen täglich die Redaktionen. Welche Wirkung PR-Materialien bei den Journalisten erzielen und welche Quellen die Medienmacher für ihre Recherchen nutzen, untersuchte Maisberger bereits zum dritten Mal.
Journalisten greifen im Durchschnitt rund 25 Prozent der von PR-Agenturen und PR-Beratern angebotenen Informationen auf. Presseinformationen finden dabei die größte Berücksichtigung in den Redaktionen. Doch im Vergleich zum Vorjahr verlieren die herkömmlichen PR-Materialien Artikel, Anwenderbericht und Interview an Bedeutung – zugunsten moderner Recherchequellen wie Blogs und RSS-Feeds, auf die heute 12 Prozent der Redaktionen zurückgreifen. Das ergab die Trendumfrage zum Rechercheverhalten von Redakteuren, die jährlich von der Münchner PR-Agentur Maisberger durchgeführt wird.
Das Internet und persönliche Kontakte sind die am stärksten genutzten Recherchequellen von Journalisten. Online-Angebote scheinen aber insgesamt auf dem Vormarsch zu sein. Während im vergangenen Jahr 26 Prozent der Redakteure Online-Archive für ihre Recherche nutzten, taten dies 2007 bereits knapp 40 Prozent. Eine Ausnahme bilden digitale Medienangebote wie Podcasts und Vodcasts. Sie sind im Internet zwar häufig zu finden, haben jedoch für die Recherche der Journalisten nur geringe Bedeutung. Laut der aktuellen Umfrage nutzen lediglich 10 Prozent der Befragten diese Medien aktiv.
Erfreulich für PR-Schaffende: Die von ihnen verbreiteten Informationen kommen an. 38,4 Prozent der Redaktionen nutzt bis zu 25 Prozent der angebotenen Materialien, immerhin ein Drittel berücksichtigt sogar bis zu 50 Prozent. Im Vergleich zur Trendumfrage aus dem Jahr 2006 ist eine leichte Steigerung bei der Nutzung von PR-Informationen erkennbar. Dies liegt möglicherweise an der immer knapper werdenden Zeit, die für redaktionelle Arbeiten zur Verfügung steht, sowie an der Qualität der PR-Materialien.
Am gefragtesten sind ganz klar Presseinformationen (84,8 Prozent). Es folgen Anwenderberichte (38 Prozent), Kompetenzartikel (29,3 Prozent) sowie Interviewangebote (28,3 Prozent). Überraschend ist die zunehmende Bedeutung sonstiger Angebote. Um fünf Prozentpunkte konnten sie im Vergleich zu 2006 zulegen und erreichen einen Anteil von 12 Prozent an den Informationsquellen der Journalisten.
Maisberger befragte im Oktober 2007 rund 100 Fachjournalisten aus den Bereichen IT/Telekommunikation, Automobil, Industrie und Logistik sowie von Elektronik- und Personalmedien. Nach 2005 und 2006 ist dies bereits die dritte Runde der Trendumfrage. „Die Umfrage liefert uns wichtige Erkenntnisse zu den Qualitätsanforderungen von Journalisten. Wir nutzen die Ergebnisse bei der Gestaltung von PR-Material. So garantieren wir, dass unsere Informationen die Redaktionen erreichen und verbessern die Leistung für unsere Kunden“, erklärt Dr. Alexander Pschera, Geschäftsführer von Maisberger.