"The Show must go on"
2. Maisberger Whiteoaks PowerPoint-Karaoke-Nacht
Vorhang auf für die Laber-Kandidaten hieß es am 20. April im Unionsbräu in München Haidhausen bereits zum zweiten Mal. Das Prinzip PowerPoint-Karaoke, bei dem ein Freiwilliger bei relativer oder absoluter Ahnungslosigkeit mit Hilfe einer ihm unbekannten PowerPoint-Präsentation zu einem Thema referiert, erwies sich dabei wieder als voller Erfolg. Unwissenheit galt es zu überspielen und den Vortrag an die Präsentation anzupassen oder gar die Präsentation an den Vortrag. Den Sieger wählten am Ende die Zuschauer.
Das Publikum kam gleich zu Beginn der Veranstaltung ins Schwitzen, aber nicht nur wegen des großen Andrangs und dem Scheinwerferlicht, vielmehr trieb das bange Warten, bis einer der Moderatoren Christian Kvech und Dr. Alexander Pschera einen „Freiwilligen“ aus der Lostrommel zog, die Schweißperlen auf die Stirn der potentiellen Kandidaten. Um das Lampenfieber zu dämpfen, durften die Gewählten dann hinter der Bühne einen Wodka trinken und einen kurzen Blick auf die Präsentation werfen.
Sobald die erste Folie aufleuchtete, hieß es für die Laberer kreativ sein und die Zuhörer begeistern. Grundsätzlich ist kein Thema zu kompliziert, um nicht mit ein paar bunten Folien, Grafiken und „hereinfliegenden“ Effekten dargestellt zu werden. Die Kandidaten hatten spannende Präsentationen zu „Homo Sapiens 2.0“, „Handlungssteuerung: Prismenadaption“ oder den allseits bekannten König Ludwig II zu meistern.
Vater und Sohn bildeten den Auftakt im Wettbewerb um den neuen Maisberger Slide-Show-Champion. „Bionik“ oder die „Evolution aerodynamischer Tricks am Vogelflug“ hieß die Herausforderung. Welche Gemeinsamkeiten hat der Daumenfittich des Rabengeiers mit modernen Flugzeugkonstruktionen? Und wie funktioniert die dreifache Rückstrombremsung des Braun-Skua? Am Ende der Präsentation war alles klar, die hochprofessionelle Verschleierung der Ahnungslosigkeit hatte sich ausgezahlt: Das Publikum zeigte sich „very amused“.
Auch Pro Sieben war mit einer kleinen Delegation aus der Galileo-Redaktion dabei. Und, wie der Zufall wollte, mussten sich gleich zwei Vertreter der Herausforderung stellen. Dabei plauderten sie auch aus dem Nähkästchen: „Es gibt nur dünne Frauen bei Pro Sieben. Und mich“, offenbarte die junge Kandidatin Claudia dem Publikum. Das Thema „Gesteine“ lag ihr ganz und gar nicht, deshalb improvisierte sie, indem sie ihre Lieblingswitze zum Besten gab. Auch ihre männlichen Kollegen waren weniger fachkundig als redefreudig. „Die habe ich auch schon alle gehabt“ war die Reaktion auf die Illustrationen zum Thema „Parasitismus“.
Während die Redner auf der Bühne mal mehr, mal weniger eloquent ihre Vorträge hielten und sich bemühten, den Inhalt der Präsentation herauszufinden, war das Gelächter bei den rund 150 Gästen groß. Nach jeweils vier Präsentationen in der ersten und zweiten Runde schafften es vier Laberer ins Halbfinale. Hier galt es in nur fünf Minuten zu überzeugen. Am Ende war das Publikum so begeistert von zwei Kandidaten, dass diese sich ein letztes Duell liefern mussten.
Finalistin Anja hatte in ihrem Vortrag „Liebe messen“ die geschlechtsspezifischen Unterschiede beleuchtet. Wer hätte gedacht, dass man Liebe im Gehirn mit Hilfe von grauen Elektroden und Kurvendiagrammen messen kann. Anja sah das nicht so kompliziert: „Männer sind analytisch und Frauen emotional. Letztendlich zählt, dass der Mann weiß, was die Frau will ohne dass sie es aussprechen muss.“ Als zweiter Spitzenkandidat begeisterte Joachim, bei der Marine tätig, mit seinen Interpretationen von optischen Täuschungen im Alltag.
Allein wollten die beiden im Finale nicht mehr auf die Bühne treten, so änderten sie kurzerhand selbst die Regeln. In rasantem Tempo wechselten sich die beiden bei der Präsentation des Themas „MagicMap – Kooperative Positionsbestimmung über WLAN“ ab und begeisterten das Publikum.
Am Ende stand ein Unentschieden und damit ein Doppelsieg. Joachim erwies sich als Gentlemen und überlies der Siegerin Anja den iPod Shuffle mit Gravur – und forderte als Preis nur die mittlerweile halbleere Flasche Wodka. Zusätzlich erhielt er einen schicken Kugelschreiber-USB-Stick.
Vielleicht wollen sich die Sieger ja beim nächsten Mal erneut der Konkurrenz stellen? Wir sind gespannt und freuen uns auf die nächste Maisberger Whiteoaks PowerPoint-Karaoke- Nacht.